Sonntag, 9. Februar 2020

Michael Carabello – The Primitive Medicine Sessions Vol. 1 (2018)

Michael Carabello war der allererste Congaspieler bei Santana. Das großartige Eröffnungsstück „Singing Winds, Crying Beasts“ auf dem zweiten Album „Abraxas“ stammt von ihm. Im Woodstock-Film fällt er durch seinen Afro-Haarschnitt und seinen Fu-Manchu-Bart auf. Beide sind lange verschwunden. Congas spielt er noch immer. Er ist nach wie vor mit Carlos Santana und anderen Musikern der frühen Band (Gregg Rolie, Michael Shrieve, Neal Schon) befreundet und war auch bei „Santana IV“ (2016) und weiteren gemeinsamen Projekten dabei.


Am 31. Oktober 2018 veröffentlichte er ein Solo-Album: „The Primitive Medicine Sessions Vol. 1“. Naja, Album ist übertrieben. Es sind vier Songs, die auch nur auf diversen Plattformen als Download zur Verfügung stehen. Aber sie lohnen sich: „Es‘ Sae“ heizt kräftig los – ein Rausch mit spanischer Flamencogitarre, Kastagnetten und einem Gesang, der irgendwo zwischen Spanien, Arabien und Persien anzusiedeln ist. „Cry Of The Whale“ driftet sphärisch in Jazz und Ambient Music, ist aber ebenfalls von einem flotten Rhythmus getrieben. Da Angaben zu den Musikern leider fehlen, kann ich nur vermuten, dass wir an der Gitarre hier und auf den nächsten beiden Stücken Neal Schon hören. „Something Must Change“ ist eine berührende Ballade mit inspirierender Gitarre und sehr ansprechenden Vocals – ein kritischer Blick auf den Umgang der Gesellschaft mit Obdachlosen. „Cafe Bello“ groovt rockig und extrem tanzbar vor sich hin.

Das sind vier wirklich feine und abwechslungsreiche Stücke, unbedingt empfehlenswert. Bedauerlich ist lediglich, dass ich keine weiteren Infos finde.