Donnerstag, 28. Mai 2020

Neal Schon – Electric World (2 CDs 1998)

Mit „Electric World“ legt Gitarrist Neal Schon, der seine Karriere 1971 bei Santana begann und 1973 Journey gründete, ein Soloalbum hin, wie ich es nicht erwartet habe. Mit melodischem Spiel bewegt er sich in der Nähe der Jazzfusion-Musik, irgendwo zwischen Larry Coryell und Weather Report.


Die anderen Musiker sind Walfredo Reyes Jr. (Schlagzeug und Percussion), Alphonso Johnson (Bass) und Michael Carabello (Percussion), die wir allesamt von Santana kennen. Weiterhin Zakir Hussein (Tablas und andere indische Percussion), Igor Len und Kit Walker (Keyboards und diversen Programmierungen), Steve Smith (Schlagzeug) – und bei manchen Songs spielt Neal Schon sämtliche Instrumente gleich selbst.

Ruhig und ziemlich entspannt läuft die Musik vor sich hin, ohne eintönig zu sein. Denn immer wieder überraschen Einlagen, die beispielsweise aus dem Orient oder aus Andalusien stammen könnten. Alles in allem: ein schönes Album.

Montag, 25. Mai 2020

Mr Hermano – Free As The Morning Sun (CD 2001)

Mr Hermano ist ein Projekt des Songschreibers, DJs, Multiinstrumentalisten und Produzenten Ben Mitchell. Unter diesem Namen bietet er eine hörenswerte und gute Laune verbreitende Version von „Free As The Morning Sun“ im Deep-House-Sound (und daneben in diversen Mixes/Edits) an, bei der vermutlich kaum ein Hörer auf die Idee kommt, dass Carlos Santana den Song geschrieben haben könnte.


Das Stück stammt von einem schönen Soloalbum von Devadip Carlos Santana aus dem Jahr 1979 namens „Oneness. Silver Dreams – Golden Reality“ („Devadip“ ist der Sanskrit-Name, den ihm sein damaliger Guru verliehen hat).


Die Coverversion wird einer der größten Erfolge von Mr Hermano. So fröhlich und mitreißend sie auch wirken mag – an das Original von „Free As The Morning Sun“ mit der Stimme von Greg Walker und der Santana-Percussion kommt sie nicht heran. Dieses klingt zarter, filigraner und dadurch einfach überlegen. Es liefert die musikalische Untermalung für einen perfekten Start in den Tag …

… was nichts daran ändert, dass mir neben dem einen Song auch das restliche Album von Mr Hermano gut gefällt.

Sonntag, 24. Mai 2020

Miles Davis with Benny Rietveld – Live Around The World (CD 1996)

Während der Aufnahmen zum Album „Spirits Dancing In The Flesh“ (1990) findet der in den Niederlanden geborene und später auf Hawaii lebende Bassist Benny Rietveld zu Santana. Bis heute gehört er der Band an.

Benny Rietveld 2010
Weniger bekannt dürfte sein, dass er kurz zuvor – nämlich 1988/89 – Miles Davis auf dessen Welttournee begleitete. Dokumentiert ist dies auf der 1996 erschienenen CD „Miles Davis. Live Around The World“.


Benny Rietveld wirkt bei acht von elf Tracks mit, darunter wunderbaren Songs wie „In A Silent Way“, „Human Nature“, „Amandla“ und „Time After Time“. Miles Davis ist gut drauf, lacht sogar bisweilen.

Nicht dabei ist der Bassist beim letzten Stück „Hannibal“. Dies stammt allerdings auch nicht von der genannten Tour, sondern von Miles Davis‘ letztem Auftritt in der Hollywood Bowl am 25. August 1991. Hier klinge die Trompete wie nicht mehr von dieser Welt – da können sich schon die Nackenhaare aufstellen, heißt es in den Liner Notes. Wenige Tage später erleidet der Musiker einen Schlaganfall. Am 28. September 1991 verstirbt Miles Davis.

Montag, 18. Mai 2020

Michael Shrieve & David Beal – The Big Picture (CD 1989)

Dieses Album ist Steve Lammé gewidmet, dem Erfinder des Elektronischen Schlagzeugs. Es ermöglicht Schlagzeugern, praktisch jeden aufgenommenen Ton abzuspielen, indem sie entsprechend programmierte Sensorflächen anstelle von Schlagfellen betätigen. Dadurch können sie Melodien und vielfältige Klänge erzeugen und erhalten ein erheblich erweitertes Spektrum an Möglichkeiten.


Genau dies nutzen Michael Shrieve und David Beal. „The Big Picture“ ist fast ein reines Percussion-Album, obwohl die Songs durchaus melodiös und teils ein wenig sphärisch klingen. Bei einem Stück sind Streicher hinzugemischt. Weitere Overdubs stammen unter anderem von den Perkussionisten Michael Carabello und Victor Pantoja, die wir – wie Michael Shrieve – von Santana kennen.

Daneben spielen Shrieve und Beal auch gewöhnliche, akustische Drums. So kommt die Musik zwar ein bisschen avantgardistisch und experimentell rüber, ist aber durchaus gefällig und gut hörbar. Melodiöse Drums begleiten rhythmische Drums – ganz einfach.

Freitag, 15. Mai 2020

Jorge Santana gestorben

Gestern, am 14. Mai 2020, ist Jorge Santana im Alter von 68 Jahren gestorben.

Wie sein älterer Bruder Carlos spielte er Gitarre. Er war Mitbegründer der Latinrock-Gruppe Malo, trat auch bei den Fania All-Stars auf und tourte ab und zu mit Santana. Jorge Santana veröffentlichte zudem einige Solo-Alben.

Donnerstag, 7. Mai 2020

Alle Santana-Songs: 675 Titel auf 50 Alben aus 50 Jahren

Auf welchem Santana-Album wurde der Song „The Creator Has A Master Plan“ hinzugefügt? Wie viele Versionen von „Black Magic Woman“ gibt es auf offiziellen Tonträgern? Solche Fragen tauchen immer wieder auf. Da wäre eine komplette Übersicht hilfreich.

Hier finden Sie die Songs von 50 Alben aus 50 Jahren. Das sind immerhin 675 Titel, alphabetisch aufgelistet mitsamt dem jeweiligen Album. Ausgewertet habe ich alle offiziellen (sowie einige weitere) CDs und LPs – vom Debütalbum (1969) bis einschließlich „Africa Speaks" (2019), darunter auch Sondereditionen mit Bonus Tracks, soweit mir bekannt und in meiner Sammlung vorhanden. Reine Best-Of-Scheiben habe ich ignoriert – sie würden die Liste nur unnötig aufblähen. Einige Compilations mit neuen Songs sind allerdings dabei. Und Live-Mitschnitte sowieso.

Dass es nun genau 50 Alben aus 50 Jahren sind hat sich ohne Absicht freundlicherweise einfach so ergeben. Es sind die folgenden Alben, die ich in meinem Buch „Carlos Santana und Band“ vorgestellt habe, ergänzt um seitdem hinzugekommene Neuerscheinungen (*):

1. Santana: Santana
2. Santana: The Woodstock Experience*
3. Santana: Abraxas
4. Santana: Tanglewood 1970*
5. Santana: Santana III
6. Carlos Santana, Buddy Miles: Carlos Santana & Buddy Miles! Live!
7. Santana: Caravanserai
8. Carlos Santana, Mahavishnu John McLaughlin: Love Devotion Surrender
9. Santana: Welcome
10. Santana: Lotus (Complete Edition*)
11. Devadip Carlos Santana, Turiyah Alice Coltrane: Illuminations
12. Santana: Borboletta
13. Santana: Amigos
14. Santana: Festivál
15. Santana: Moonflower
16. Greg Errico, Carlos Santana, Herbie Hancock, Lee Oskar: Giants
17. Santana: Inner Secrets
18. Carlos Santana: Oneness
19. Santana: Marathon
20. Devadip Carlos Santana: The Swing Of Delight
21. Santana: Zebop!
22. Santana: Shangó
23. Carlos Santana: Havana Moon
24. Santana: Beyond Appearances
25. Santana: Freedom
26. Santana: Blues For Salvador
27. Santana: Viva Santana!
28. Santana: Spirits Dancing In The Flesh
29. Santana: Milagro
30. Santana: Sacred Fire
31. Carlos Santana, Jorge Santana, Carlos Hernandez: Santana Brothers
32. Santana: Dance Of The Rainbow Serpent
33. Santana: Live At The Fillmore '68
34. Santana: Supernatural
35. Carlos Santana, Bill Laswell: Divine Light
36. Santana: Shaman
37. Santana: Ceremony
38. Santana: Food For Thought
39. Santana: All That I Am
40. Carlos Santana, Wayne Shorter: Live From The 1988 Montreux Jazz Festival
41. Santana: Ultimate Santana
42. Santana: Guitar Heaven*
43. Santana: Shape Shifter*
44. Santana: Corazon*
45. Santana: Corazon • Live From Mexico 2014*
46. Santana: Santana IV*
47. Santana: Santana IV • Live At The House Of Blues, Las Vegas*
48. The Isley Brothers & Santana: Power Of Peace*
49. Santana: In Search Of Mona Lisa*
50. Santana: Africa Speaks*

Viel Spaß beim Stöbern.