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Donnerstag, 28. Mai 2020

Neal Schon – Electric World (2 CDs 1998)

Mit „Electric World“ legt Gitarrist Neal Schon, der seine Karriere 1971 bei Santana begann und 1973 Journey gründete, ein Soloalbum hin, wie ich es nicht erwartet habe. Mit melodischem Spiel bewegt er sich in der Nähe der Jazzfusion-Musik, irgendwo zwischen Larry Coryell und Weather Report.


Die anderen Musiker sind Walfredo Reyes Jr. (Schlagzeug und Percussion), Alphonso Johnson (Bass) und Michael Carabello (Percussion), die wir allesamt von Santana kennen. Weiterhin Zakir Hussein (Tablas und andere indische Percussion), Igor Len und Kit Walker (Keyboards und diversen Programmierungen), Steve Smith (Schlagzeug) – und bei manchen der 21 Songs spielt Neal Schon sämtliche Instrumente gleich selbst.

Ruhig und ziemlich entspannt läuft die Musik vor sich hin, ohne eintönig zu sein. Denn immer wieder überraschen Einlagen, die beispielsweise aus dem Orient oder aus Andalusien stammen könnten. Alles in allem: ein schönes Album.

Donnerstag, 23. April 2020

Gregg Rolie – Roots (CD 2001)

Gregg Rolie war schon bei den frühesten Anfängen Santanas mit von der Partie. Seine Hammond-B3 und sein Gesang prägten die Musik maßgeblich. Nach „Caravanserai“ verließen er und Neal Schon Santana, um Journey zu gründen. Später startete Gregg Rolie eine erfolgreiche Solo-Karriere. Seit einigen Jahren ist er zudem Dauergast bei dem Ex-Beatle Ringo And His All Starr’s.


„Roots“ erschien 2001. Der Titel scheint Programm zu sein. Wer Rolies Wurzeln bei Santana sucht, wird leicht fündig. Mitwirkende auf diesem Album sind nämlich unter anderem Michael Carabello (Congas, Percussion), Neal Schon (Lead Guitar bei „Breakin‘ My Heart“), Alphonso Johnson (Bass Guitar) und Adrian Areas (der Sohn von José „Chepito“ Areas – Timbales, Bongos, Percussion).


Die Musik ist meist nicht so weit weg von Santana, man lausche nur „Down To Rio“, „Ordinary Man“, „Going Home“ (was auch der Abraxas Pool spielt), „Breakin‘ My Heart“ und dem wunderbaren „Orient Express“. Das ist einfach feine, gefühlvolle, warme und fröhliche Musik. Bei „Roots“ fühlt sich ein Santana-Fan wirklich wie zu Hause – ein sehr schönes Album.

Dienstag, 15. März 2011

Abraxas Pool – Abraxas Pool (1997)

Santana ist im Fillmore groß geworden, gefördert vom Freund und langjährigen Manager Bill Graham. Das ursprüngliche Fillmore in San Francisco schloss jedoch im Sommer 1971, um an einem anderen Standort als Fillmore West neu aufzumachen. In New York hatte Graham außerdem das Fillmore East gegründet. Das letzte Konzert im Original-Fillmore ging am 4. Juli 1971 über die Bühne. Auszüge sind auf dem Album "The Last Days Of Fillmore" zu hören, darunter auch zwei Songs von Santana.

Der komplette Auftritt von Santana ist auf CD 2 der Legacy Edition von "Santana 3" zu hören. Es war nicht nur der letzte Tag im Fillmore, sondern auch das letzte Konzert dieser Santana-Formation, die sich wenig später auflöste.



Umso erfreulicher ist, dass fast die gleiche Crew 1997 erneut zusammen kam, um unter dem Namen Abraxas Pool das gleichnamige und wirklich tolle, sehr nach den alten Santana klingende Album zu produzieren: Gregg Rolie (Gesang und Keyboards), Michael Shrieve (Schlagzeug), Michael Carabello (Congas), Jose "Chepito" Areas (Timbales) und Neal Schon (Gitarre). Es fehlen lediglich der schwer kranke Bassist David Brown (ersetzt durch Alphonso Johnson) – und Carlos Santana.

Genießen wir diese Musik, die im erdigen, fetten Sound vor sich hin groovt. Da erinnert "Baila Mi Cha-Cha" an "Guajira", "Guajirona" an "Oye Como Va", "Don't Give Up" zitiert das "Jingo"-Intro und das Percussion-Feuerwerk "Ya Llego" ist ein zweites "El Nicoya". Und dann folgt auch noch das echte "Jingo", hier dem afrikanischen Stil seines Urhebers Babatunde Olatunji nachempfunden. "Szabo" ist eine verträumte Ballade, eine Hommage an Gabor Szabo. Und in den restlichen Songs hört man immer wieder echte oder gefühlte Zitate aus alten Santana-Titeln und fragt sich, woher man sie kennt. Aber es ist teilweise eher das Feeling, welches einfach passt und begeistert. Und mit der satten Hammondorgel von Gregg Rolie fühle ich als Santana-Fan mich wie zu Hause.

Natürlich fehlt die Gitarre von Carlos. Neal Schons Spiel ist aggressiver, wie seit jeher. Aber das ist okay. Wenn Carlos noch dabei gewesen wäre, hätten wir es ja nicht mit dem Abraxas Pool zu tun gehabt, sondern mit Santana selbst. Ein kleiner Unterschied darf also ruhig sein. Doch er ist wirklich sehr klein.

Und gelegentlich muss ich auch an Journey denken, wo Neal Schon und Gregg Rolie ebenfalls gemeinsam spielten. Das ist freilich eine andere Geschichte ...

Fazit: Wer die alten Santana-Alben mag, kann auf "Abraxas Pool" keinesfalls verzichten.

Dienstag, 7. Dezember 2010

DVD Jeff Beck, Carlos Santana, Steve Lukather – The Nagano Session (2008)

"The Nagano Session" findet am 1. Juni 1986 in Japan statt. Santana spielt in der Besetzung Carlos Santana (Gitarre), Tom Coster und Chester Thompson (Keyboards), Armando Peraza, Raul Rekow und Orestes Vilato (Percussion), Graham Lear (Schlagzeug), Alphonso Johnson (Bass) und Buddy Miles (Gesang).


Von Santana sehen wir lediglich drei Titel, nämlich zunächst "Primera Invasion" und "Black Magic Woman" ("Gypsy Queen" wird weggeblendet ... eine Sünde, die doch tatsächlich immer wieder jemandem unterläuft ... so kommt der Produzent nie in den Himmel ...). Bei "Open Invitation" steigt Steve Lukather von Toto (Gitarre) ein.

Dann spielt Jeff Beck (Gitarre) mit seiner Band – Jan Hammer (Keyboards), Doug Wimbish (Bass), Simon Phillips (Schlagzeug) und Jimmy Hall (Gesang) – einige Songs. Beim furiosen, zehnminütigen "Super Boogie" (auch bekannt vom Album "Viva Santana!") sind Steve Lukather und Carlos Santana mit von der Partie und lassen ihre Gitarren heftig mit der von Jeff Beck diskutieren...

"People Get Ready" bringt zusätzlich Buddy Miles und Jimmy Hall ins Spiel. Beim abschließenden "Johnny B Good" ist auch Alphonso Johnson wieder dabei.

Insgesamt ist dies eine DVD mit viel Gitarrenpower. Ein Santana-Fan wünscht sich natürlich etwas mehr Percussion-Anteil, aber den gibt es nicht. Empfehlenswert ist der 70-minütige Mitschnitt dennoch.