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Montag, 6. März 2023

Wayne Shorter (25. August 1933 bis 2. März 2023)

Vor wenigen Tagen, am 2. März, verließ uns der begnadete Jazz-Saxofonist Wayne Shorter im Alter von 89 Jahren. Er war unter anderem ein wichtiger Weggefährte von Miles Davis und Joe Zawinul, mit dem er die Jazzfusion-Band Weather Report gründete. Über die Zeit mit Miles Davis, in der sie durch Meilensteine wie „Bitches Brew“ Jazzgeschichte schrieben, meinte er einmal: „Miles und ich haben in all den Jahren nie über Musik gesprochen. Und wir haben tatsächlich nicht einmal geübt“.

The Swing of Delight (CD 1980)
Spirits Dancing in the Flesh (CD 1990)
Supernatural Live (DVD 2000)
Live at the 1988 Montreux Jazz Festival (DVD/2 CDs 2007)
Hymns for Peace. Live at Montreux 2004 (2 DVDs 2007)
Corazon (CD 2014)
Wayne Shorter war auch lange mit Carlos Santana befreundet und begleitete ihn über die Jahrzehnte bei diversen Veröffentlichungen (hier alle Santana-Alben, bei denen er mitwirkte). Ihre erste Zusammenarbeit ist auf dem Album „The Swing of Delight“ (1980) dokumentiert. 1988 gingen die beiden gemeinsam auf Tour. Sie traten mehrfach beim Montreux Jazz Festival auf. Mit Santana spielte Shorter zuletzt auf dem Album „Corazon“ (2014) den intensiven Song „Yo Soy la Luz“ (Ich bin das Licht) ein. Nun ist er selbst ins ewige Licht gegangen …

Freitag, 27. August 2021

Paolo Rustichelli – Mystic Jazz (CD 1992)

Das Ende des Jahres 1991 hat Miles Davis nicht mehr erlebt. Paolo Rustichelli kann sich glücklich schätzen, dass er den Meister, dem er dieses Album dann auch gewidmet hat, noch rechtzeitig in sein Projekt einbinden konnte. Und mit ihm weitere Musiker wie Wayne Shorter, Herbie Hancock, Andy Summers, Benny Rietveld und Carlos Santana.


Benny Rietveld hatte seine Zeit bei Miles Davis gerade hinter sich und ist bei Santana, wo er nach 30 Jahren heute noch immer spielt, wohl frisch eingestiegen, als er gemeinsam mit beiden auf diesem Album mitwirkt.

Nur bei „Full Moon“ ist neben Benny auch Carlos dabei. Es ist mit einem Hauch von Blues und dank Carlos Santanas Gitarre – neben dem getragenen letzten Song mit Miles Davis – wohl das melodischste Stück auf diesem Album, welches sonst meist von Jazz-, Fusion- und leichten Funkelementen dominiert wird.

Sonntag, 11. April 2021

In A Silent Way

Am 4. Juli 1971 schließt Bill Graham das Fillmore West in San Francisco. Den Abschied zelebrieren viele Bands der Szene, dokumentiert auf dem Sampler „The Last Days Of Fillmore“ (3 LPs, 1971). Von Santana werden die beiden Titel „Incident At Neshabur“ (5:39) und Joe Zawinuls „In A Silent Way“ (7:58) ausgewählt. Wer diesen Sampler nicht hat, muss freilich lange warten. „In A Silent Way“ erscheint erst wieder auf Santanas „Dance Of The Rainbow Serpent“ (3 CDs, 1995). Das komplette Fillmore-Konzert wird schließlich 2006 auf CD 2 der Legacy Edition von „Santana III“ veröffentlicht.

„In A Silent Way“ ist eine starke Ansage in Richtung Jazz und Fusion, wohin Santana sich mit dem nächsten Album „Caravanserai“ (1972) tatsächlich auch bewegen wird.

Der Titel erscheint erstmals 1969 in einer fast zwanzigminütigen Version auf dem Album „In A Silent Way“ von Miles Davis, dessen Band mit Josef (Joe) Zawinul, Wayne Shorter, John McLaughlin, Herbie Hancock, Chick Corea, Dave Holland und Tony Williams sensationell besetzt ist. Und erneut 1971 auf „Zawinul“, einem Soloalbum des österreichischen Pianisten, unmittelbar bevor dieser gemeinsam mit Wayne Shorter die Band Weather Report gründet.

Bei Miles Davis besteht das Stück aus drei Teilen: „In A Silent Way“ (4:11), „It‘s About That Time“ (11:27) und erneut „In A Silent Way“ (4:14). Genau diese Struktur übernimmt auch Santana, wenngleich in geraffter Form und ohne Credits für die mittlere Passage. Sie orientieren sich also klar an Miles Davis – nicht an der „puren“ Version von Joe Zawinul (4:51), die auf das eingeschobene, von Davis geschriebene „It‘s About That Time“ verzichtet. Josef Zawinul fängt mit diesem zarten Song seine Erinnerungen an die Zeit als junger Schafhirte in Österreich ein.

Dienstag, 15. Februar 2011

Luis Gasca – For Those Who Chant (1972)

"For Those Who Chant" wurde 2006 als Mini-LP-CD (CD im verkleinerten LP-Design mit aufklappbarer Papphülle) in Japan wieder veröffentlicht. Doch was hat dieses Album von Luis Gasca (Trompete, Flügelhorn) mit Santana zu tun?


Oh ... sehr viel. Denn fast die gesamte Santana-Band ist zu hören, nämlich Carlos Santana, Neal Schon, Gregg Rolie, Michael Shrieve, Mike Carabello und José "Chepito" Areas. Außerdem mehrere Musiker von Malo und Azteca, die aber auch bei Santana mitwirkten: Richard Kermode, Lenny White, Victor Pantoja, Coke Escovedo, Rico Reyes und Luis Gasca selbst. Obendrein sind Hadley Caliman, Joe Henderson, Stanley Clarke und weitere dabei.

Die Musik klingt ähnlich wie bei "Carlos Santana & Buddy Miles! Live!". Was wiederum kein Wunder ist, denn die Besetzungen sind weitgehend gleich, inklusive Luis Gasca. Diese Platte wurde im August 1971 aufgenommen, jene Anfang 1972.

Dies ist daher eine verkappte Santana-Veröffentlichung mit vier Songs, die zusammen 40 Minuten dauern. Jazzfusion-Improvisationen mit einem Hauch von "Bitches Brew", sehr intensiv und dicht.

Falls Titel 2 "La Raza" dem einen oder anderen Fan bekannt vorkommt ... er ist gar nicht so überraschend die Vorlage für den Song "For Those Who Chant", welcher auf der CD und DVD "Carlos Santana & Wayne Shorter Live At The 1988 Montreux Jazz Festival" und der DVD "At Budokan" (aufgenommen 1991 in Tokyo) zu hören und zu sehen ist.

Santana-Fans – insbesondere solche mit Interesse für Jazz – sollten dieser Scheibe durchaus etwas mehr Aufmerksamkeit widmen.