Samstag, 20. Juli 2024

Santana 1974 – zum 77. Geburtstag von Carlos Santana

Das Jahr 1974 war ziemlich produktiv in der bereits weit fortgeschrittenen, aus heutiger Sicht freilich noch jungen Karriere von Santana. Vier neue Alben mit einer enormen stilistischen Bandbreite kamen auf den Markt. Alle hier zitierten Passagen mit Quellenangaben und vielen weiteren Details sind übrigens in meinem Buch „Sechs Jahrzehnte SANTANA“ nachzulesen.


Es begann im Mai mit dem Dreifach-Livealbum „Lotus“. „Die Idee war wundervoll und ehrgeizig, und die Musik war frisch – aber die Leute von Columbia konnten damit nichts anfangen“, erzählt Carlos Santana. „Das Album-Cover, die Verpackung und die drei Platten waren ihnen einfach zu teuer. Sie glaubten nicht daran, dass das Album sich gut verkaufen würde. Selbst nachdem ‚Lotus‘ im Sommer 1974 auf den japanischen Markt kam und das meistverkaufte Importalbum der damaligen Zeit wurde, ließ Columbia sich nicht umstimmen, nicht einmal von Bill [Graham]. Das zeigt, wie viel sich geändert hatte, seit Clive [Davis] entlassen worden war. Damals lernte ich, wie bürokratisch die Dinge in Amerika laufen konnten und wie unterschiedlich die Plattenfirmen in Europa und Japan gemanagt wurden“.


Im August folgte Santanas erstes „Greatest Hits“-Album mit Songs der ersten drei LPs. Damit war Carlos überhaupt nicht glücklich. „Wissen Sie, was die Leute bei Columbia taten, als ‚Lotus‘ rauskam?“, fragt Carlos. „Sie brachten etwa zur gleichen Zeit ein Greatest-Hits-Album – auf einer Einzel-LP – heraus, als wären wir irgendeine abgehalfterte Band, die ihre besten Jahre längst hinter sich hat. Das war ein echter Tiefpunkt“. Na gut, aber es war meine erste Santana-Platte. Was wäre ohne sie aus mir geworden?


Im September erschien „Illuminations“ von Turiya Alice Coltrane & Devadip Carlos Santana. „Das Abhängen mit Turiya inspirierte mich, ein paar spirituelle Melodien zu schreiben, und als Turiya sie hörte, überraschte sie mich mit einigen Arrangements, die dazu passten – zu diesem symphonischen Ozean aus Sound mit Ebbe und Flut. Aus diesen ersten Stücken wurde ‚Angel of Air/Angel of Water‘ auf dem Album ‚Illuminations‘. Es war das erste Album mit meinem Sanskrit-Namen auf dem Cover. Die Sterne standen günstig dafür: Turiya war derzeit bei keiner Plattenfirma unter Vertrag, und Columbia war damit einverstanden, rechnete aber nicht mit Radiohits und wollte daher erst nach der Fertigstellung entscheiden, was mit dem Album geschehen sollte. Im Grunde sagten sie zu uns: Macht weiter und amüsiert euch gut. (…) Unsere Sessions fanden im Capitol-Studio in Los Angeles statt, wo Frank Sinatra seine Platten aufzunehmen pflegte, weil Turiya es kannte und weil dort eine ganze Streichergruppe Platz hatte. Alles war live, und es war fantastisch, im selben Raum zu sein wie Jack DeJohnette und Dave Holland – die beide mit Miles gespielt haben – und mit Armando, Jules Broussard und Tom Coster. Die Atmosphäre war großartig: Armando erzählte eine Geschichte, und wir lachten uns krumm; dann sagte Turiya etwas, worüber wir noch heftiger lachten. Alle glauben, Alice Coltrane sei ein ernster, zutiefst spiritueller Mensch, der nicht herumalbern darf, irgendwie näher an Gott als andere. Aber sie lachte und amüsierte sich gerne“.


Im Oktober wurde „Borboletta“ veröffentlicht. Das Album ist ein Klangteppich, der zum fliegenden Teppich wird und den begeisterten Fan sanft entschweben lässt. Ein fesselnder Traum, aus dem man höchst ungern erwacht. Nach den Arbeiten an „Borboletta“ zieht Michael Shrieve einen Schlussstrich und verlässt die Band, was für Carlos einen größeren Einschnitt darstellt und zwei Tage vor dem geplanten Tourneestart überdies einigermaßen ungelegen kommt. Der Schlagzeuger hat sich als wichtiger Kollege und Freund entpuppt. Durch ihn lernt Carlos Jazzmusik kennen, die ihn überhaupt erst auf den Weg zu den letzten großartigen Alben bringt. „Ich schulde Michael viel. Er ist derjenige, der mir [John] Coltrane und Miles [Davis] näherbrachte. Ich wollte nur Blues spielen, bis Michael kam (…). Er öffnete meine Augen, meine Ohren und mein Herz für viele Dinge. (…) Manche Schlagzeuger haben nur Stöcke, doch Michael Shrieve hat Sehkraft. (…) Michael ist wie eine Schachtel Buntstifte – er hat all die Farben“.


Diese unterschiedlichen Alben mit ihren vielen Geschichten hätten über mehrere Jahre entstanden sein können. Doch alles geschah 1974. Das ist nun fünfzig Jahre her. Damals wurde Carlos Santana 27. Heute wird er 77. Ich gratuliere ihm herzlich zum Geburtstag und wünsche ihm noch viele glückliche Jahre mit seiner Band, seiner Musik und natürlich in seinem Privatleben. Happy Birthday, Carlos!

Sonntag, 30. Juni 2024

Carlos Santana, Mahavishnu John McLaughlin – Love Devotion Surrender (1973)

Im Oktober 1972 startet Santana eine ausgedehnte Promotion-Tour für die neue LP „Caravanserai“. Der Auftakt findet am 4. Oktober im Winterland in San Francisco statt. Es ist das erste Santana-Konzert für Deborah King, Carlos‘ künftige Frau – die beiden sind nun schon seit einigen Monaten zusammen. Als weiterer Gast kündigt sich niemand Geringeres als John McLaughlin an, der 1970 mit Miles Davis auf „Bitches Brew“ und ab 1971 mit seinem Mahavishnu Orchestra den Jazzrock revolutioniert hat. Er kommt extra aus New York angereist. „Es war ziemlich schräg, wie das geschah“, erzählt John einige Monate später in einem Interview. „Ich wachte eines Morgens auf mit der Idee, ein Album mit Carlos aufzunehmen. Am selben Tag rief mein Manager an und sagte, dass er sich mit Clive [Davis] getroffen hatte und dass Clive vorschlug, dass ich ein Album mit Carlos mache“ – jener Clive Davis von Columbia, der „Caravanserai“ einige Monate zuvor noch als Karriere-Selbstmord bezeichnet hatte. In der letzten halben Stunde der Show im Winterland steht McLaughlin mit Santana auf der Bühne. Anschließend sprechen die beiden Gitarristen über das gemeinsame Albumprojekt.


Über John McLaughlin lernt Carlos auch bald den Guru Sri Chinmoy kennen. Bei Sri Chinmoy findet er die ersehnte innere Ruhe und Ausgewogenheit. „Meine Frau und ich waren enttäuscht von diesem katholischen Ding“, erklärt Carlos, „und wir suchten östliche spirituelle Werte – etwas, das sich nicht um Verdammung und Richten dreht. Wir suchten Erweiterung und Anerkennung unserer gesamten Persönlichkeiten als Individuen, wodurch man innerlich flexibler wird“.

Von 1972 bis 1981 bleiben Carlos und Deborah dem Guru treu. Jahre später erläutert Carlos: „Dieses Bedürfnis nach Religion, nach einem Wertesystem, nach Metaphysik hat nicht, wie man gerne annimmt, mit dem ungeordneten Musikerleben zu tun, sondern mit der Suche nach Inspiration. Ein Musiker ohne Inspiration ist wie ein Vogel ohne Flügel. Darum sucht ein Musiker, um kreativ sein zu können, nach einer Möglichkeit, seine Inspiration zu potenzieren“.

In dieser Phase also spielt Carlos Santana gemeinsam mit dem begnadeten Gitarristen John McLaughlin dieses die äußeren Grenzen der Rockmusik sprengende Album „Love Devotion Surrender“ ein. Es ist ein weiteres Album der verbliebenen Santana-Musiker auf der Schwelle zum Jazz, voller Inbrunst und Intensität, doch hypnotisch groovend. Fast alle Stücke stammen vom 1967 verstorbenen John Coltrane, einem großen Vorbild von Carlos und John McLaughlin.


Den Albumtitel zu übersetzen fällt schwer. „Love“ ist klar. „Devotion“ bedeutet Hingabe, Zuwendung, Ergebenheit, Aufopferung. „Surrender“ bedeutet Kapitulation, Unterwerfung und ebenfalls Hingabe. Was genau ist der Unterschied?

Sri Chinmoy führt dazu bereits 1970 in seiner Schrift „Love, Devotion and Surrender“ aus, dass Devotion die Intensität der Liebe und Surrender die Erfüllung der Liebe sei. „Bedauerlicherweise wird Surrender im Westen falsch verstanden. Wir haben das Gefühl, diese Hingabe bedeute, dass jemand über uns herrscht und dass wir keine Individualität und Persönlichkeit mehr haben. Aus der gewöhnlichen, menschlichen Perspektive stimmt dies. Aus der spirituellen Perspektive ist es jedoch vollkommen falsch. Wenn das Endliche ins Unendliche eintritt, wird es sofort Teil der Unendlichkeit. Wenn ein kleiner Tropfen in den Ozean fällt, können wir ihn nicht mehr erkennen. Er wird zum mächtigen Ozean“. „Surrender“ meint also, Teil eines größeren Ganzen zu werden – das nennt man Selbstvergessenheit oder Selbsttranszendenz. Die Übersetzung von „Love Devotion Surrender“ lautet hiernach „Liebe Hingabe Selbstvergessenheit“.

Freitag, 24. Mai 2024

Carlos Santana mal ganz privat …

Vor einigen Wochen zeigte meine liebe Frau mir Fotos von kreativen Häkelarbeiten einer Kollegin. Darunter befand sich auch ein Rastamann mit Dreadlocks. Da fragte ich eher scherzhaft, ob man wohl auch Carlos Santana häkeln könne.



Ja, die Kollegin kann. Den unausgesprochenen zweiten Teil meiner Frage – „… und wenn man kann, dann wünsche ich mir einen Häkel-Carlos!“ – verstand meine Frau offenbar laut und deutlich. Gestern überraschte sie mich mit dem Ergebnis. Ich bin echt begeistert!



Ihre Kollegin hat das toll hinbekommen, finde ich. So kennt ihn bislang keiner. Da schlägt das Herz eines Fans doch gleich viel höher …

Montag, 20. Mai 2024

Santana – Dance of the Rainbow Serpent (1995)

Bill Graham spricht von seinen beiden musikalischen Lieben – Latin und Blues. „Als ich Santana zum ersten Mal im Fillmore hörte, war es, als hätten diese beiden Lieben sich gepaart und ein Kind bekommen. Über die Jahre habe ich die Entwicklung dieser Band, dieses Sounds, dieses Geistes gesehen und gespürt. Sie ist reif und zugleich ewig jung, voller Unschuld und Schuld, Leidenschaft und Ruhe. Das Wesen von Santana provoziert meine Sinnlichkeit. Es gestattet meinem Herz, sich in die Höhe zu schwingen und befiehlt meinem Körper, sich zu bewegen. Das ist das Höchste, wozu ein Künstler mit seiner Ausdruckskraft mich bringen kann“.


Bill Graham trägt maßgeblich zur Entwicklung der Band bei. Er fördert sie, gibt ihnen Chancen und öffnet Türen. Im Booklet zu diesem Album kommt Carlos mehrfach auf seinen Freund zu sprechen, der nun schon seit einigen Jahren nicht mehr lebt.


Herz, Seele, Geist – so sind die drei CDs dieses schönen Sets aus dem Jahr 1995 betitelt. Es besticht nicht nur durch seine Aufmachung mit einem umfangreichen, aufwendig gestalteten Booklet, sondern hat auch musikalisch viel zu bieten. Es enthält bekannte Hits und weniger bekannte, ebenfalls sehr schöne Santana-Songs (besonders hervorheben möchte ich „Song of the Wind“ und „Flame-Sky“). Außerdem eine Reihe von Aufnahmen, die bislang nur auf Alben anderer Musiker oder auf Konzertmitschnitten zu finden sind – sowie zweieinhalb bislang unveröffentlichte Titel (den „halben“ gibt es bis dahin nur auf Video/DVD).


Gerade höre ich mir diese Compilation mal wieder an. Und ich muss feststellen: Wenn ich nicht bereits Santana-Fan wäre, würde ich es bei dieser Zusammenstellung ganz gewiss werden.

Dienstag, 30. April 2024

Geben und Nehmen bei „Taboo“ (1971)

Zuletzt hatte ich nicht soviel Zeit wie gewünscht, mich mit Santana zu beschäftigen, weil ich neben meiner gewohnten Arbeit ein Buch über meine recht abenteuerliche Weltreise („Per Anhalter durch die Wüste“) geschrieben habe.


Derweil sind mir jedoch zwei Documentaries aufgefallen, in denen ein gewisser JCM „The Making of Santana III (1971)“ und „The Untold Story Behind Santana‘s Caravanserai (1972)“ sehr facettenreich erzählt. Beide Beiträge wurden im Februar 2024 veröffentlicht. Ich kann sie Santana-Fans nur ans Herz legen.

Neben vielen Details erfahren wir beispielsweise, dass die Anfangsakkorde des Songs „Taboo“ auf „Santana III“ Golden Earring zum markanten Intro von „Radar Love“ (1973) inspirierten (23:03 – unverzeihlich, dass ich darauf nicht selbst schon gekommen bin). Eine spätere Passage im Song erinnert stark an „Whole Lotta Love“ (1969) von Led Zeppelin (23:40). Richtig spannend. Schaut unbedingt mal rein!

Dienstag, 26. März 2024

Michael Shrieve in Woodstock (1969)

Santana-Schlagzeuger Michael Shrieve war der zweitjüngste Musiker beim Woodstock-Festival. Sein Schlagzeugsolo ist eines der Highlights im Woodstock-Film, teilweise präsentiert in beeindruckendem Split-Screen.




Screenshots von der DVD „Woodstock. The Director's Cut“ – © Warner Bros.
Er gibt später zu Protokoll, dass er überhaupt keine Ahnung hatte, wie man Latin-Rhythmen spielt. „Ich hatte ein Buch und übte ein bisschen damit – ein Buch über grundlegende Latin-Rhythmen von einem Kerl namens Ted Reed. Aber ich hatte nicht die geringste Erfahrung damit und das hört man auch, weil ich so unauthentisch spiele. Ich versuchte einfach, irgendwie hineinzupassen, so dass es sich gut anfühlt. Selbst bei echten Latin-Rhythmen swinge ich wie ein Jazzdrummer auf den Becken“.

Aber genau ein Jazzdrummer ist er auch, wie viele Soloalben und Kollaborationen von Michael Shrieve beweisen, beispielsweise (in meiner Sammlung):

Mittwoch, 28. Februar 2024

Coke Escovedo – Comin’ at Ya! (1976)

Coke Escovedo (Timbales, Congas, Percussion, Vocals) hat um 1971 bei Santana gespielt und die Band Azteca mitgegründet. 1976 erschien sein Album „Comin‘ at Ya!“, welches 2022 auf Vinyl neu aufgelegt wurde.


In den späten Siebzigern driftete Latinmusik zunehmend in Soul- und Disco-Gefilde. Dafür ist dieses Album ein gutes Beispiel. Es bewegt sich zwischen Rock, Pop, Soul und Disco, ab und an gewürzt von einer Prise Latin-Percussion. Die Musik ist vor allem auf Side One unauffällig, gefällig, glatt – mehr nicht.


Obwohl die Scheibe natürlich zwei Seiten hat, gibt es keine Side Two, sondern neben Side One eine Side A. Letztere gefällt mir besser, weil sie nicht ganz so glatt, dafür aber abwechslungsreicher und etwas aufregender ist. Hier hören wir mehr Percussion und auch ein wenig Funk. Vor allem endet sie mit den Santana-Songs „Everything is Coming Our Way“ und „Fried Neck Bones and Home Fries” (im Original von Willie Bobo). „Everything is Coming Our Way“, locker-flockig und leicht jazzig gespielt, gewinnt mit dem E-Piano fast brasilianisches Flair. „Fried Neck Bones“ beginnt richtig stark und vielversprechend und könnte sich zum Kracher des Albums entwickeln, wird aber nach 1:42 Minuten schon ausgeblendet – was für eine blöde Idee! Und so endet die Platte ziemlich unvollendet nach weniger als 35 Minuten.

Mittwoch, 3. Januar 2024

Benny Rietveld – Mystery of Faith (2001)

Bassist Benny Rietveld war 1988/89 mit Miles Davis auf Welttournee. 1990 fand er zu Santana, wo er noch heute mitwirkt. Zwischendurch nahm er sich immer mal Zeit für eigene Projekte wie sein Soloalbum „Mystery of Faith“, das größtenteils im Mai 2000 eingespielt wurde und 2001 erschien. Auf einzelnen Titeln sind auch die Santana-Kollegen Rodney Holmes, Tom Coster und Carlos Santana dabei.


Rietvelds Jazz-Fusion-Prägung ist etwa beim verträumten „The Dreams of the Maya“ unüberhörbar und wird durch Saxofone und Flöten unterstrichen. Ein Highlight ist gewiss „Sea of Stories“. Hier wird der Bassist durch akustische und elektrische Gitarren von Carlos Santana begleitet, die tatsächlich wunderbare Geschichten erzählen und die Gedanken schweben lassen. „Desert Skies“ und „Kahi La’i“ sind melodische Solostücke von Benny.


„Earth‘s Revenge (Deep Ecology)“ reißt den Hörer gewaltsam und dissonant aus den Träumen – es geht heftig zur Sache – die Rache der Erde, eben. Tom Coster – eigentlich ein bekannter Keyboarder – verpasst dem Stück mit seinem Akkordeon ein eigenwilliges Flair und eine längere und etwas ruhigere Passage, bevor gegen Ende hin die wilde Reise fortgesetzt wird. Weitere Vergeltungsmaßnahmen bleiben uns zum Glück erspart.


„Remember“ ist erneut ein Wohlfühlstück. Bob Dylans „Mr. Tambourine Man“ mit dem herben Gesang von Barbara Higbie stammt als einziger Titel nicht aus der Feder von Benny Rietveld. Die gelungene Interpretation wirkt fast so getragen wie ein Weihnachtslied.


Dies gilt insbesondere für das bereits erwähnte „Sea of Stories“, was Anleihen bei „Little Drummer Boy“ nimmt. Genau dasselbe Stück wird unter dem Titel „Posada (Pilgrimage to Bethlehem)“ von Santana tatsächlich als Weihnachtslied inszeniert und ist beispielsweise auf dem Sampler „Platinum Christmas“ (2000) enthalten. Hintergrund: „Posada“ ist das spanische Wort für Herberge. In Mexiko wird ein gleichnamiges Fest in den neun Tagen vor Weihnachten gefeiert, also vom 16. bis zum 24. Dezember. Es erinnert an die Wanderung von Maria und Josef von Nazareth nach Bethlehem sowie ihre mühselige Suche nach einer Unterkunft.


„Mystery of Faith“ enthält elf abwechslungsreiche und meist schöne Stücke, ist aber nicht mehr leicht zu finden. Ich habe es nach jahrelanger Suche endlich gebraucht in den USA erworben.