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Mittwoch, 30. Juli 2025

Eric Clapton (and Guests) – Crossroads Guitar Festival (2 DVDs 2004)

Seit 1999 gibt es die Crossroads Guitar Festivals, deren Erlöse in das von Eric Clapton gegründete Crossroads Centre zur Behandlung von Drogenopfern auf Antigua fließen. Zu den Festivals lädt Eric Clapton viele seiner musikalischen Freunde ein. Es ist jedes Mal ein Schaulaufen hochkarätiger Gitarristen. Bislang fanden die Crossroads Guitar Festivals in den Jahren 1999, 2004, 2007, 2010, 2013, 2019 und 2023 statt. 2004 und 2023 war auch Santana dabei.



Das Konzert am 6. Juni 2004 dauerte rund 45 Minuten. Santana – das sind hier Carlos Santana, Chester Thompson, Karl Perazzo, Dennis Chambers und Benny Rietveld, selbstverständlich begleitet von Eric Clapton. „Jingo“ (7:30) schaffte es auf die DVD-Edition aus dem Jahr 2004 (DVD 1, Track 17).

„Jingo“ mit Eric Clapton (Screenshot von der DVD)
Beim Festival 2004 hatte auch Neal Schon einen Auftritt. Ihn wollte Eric Clapton 1970 in seiner Band haben, quasi von Santana abwerben, nachdem er im Studio während der Aufnahmen für „Abraxas“ mit ihm gejammt hatte (siehe „Sechs Jahrzehnte SANTANA“, S. 64). Schon entschied sich dann aber doch für Santana. Leider wurde von ihm kein Song für die DVD ausgewählt (ebenso erging es Jeff Beck, Pat Metheny und Styx).



2016 erschien eine 3er-CD-Box mit Highlights der Festivals von 2004, 2007 und 2013. Hier ist „Jingo“ aus dem Jahr 2004 unter dem Titel „Drums of Passion“ zu hören (CD 1, Track 10).

Auf der 2023er-Edition (veröffentlicht 2024) ist Santana erneut mit „Jingo“ (4:26) vertreten sowie Santana und John McLaughlin mit „A Love Supreme“ (4:52). Diese Box hat ihren Weg jedoch nicht in meine Sammlung gefunden.

Sonntag, 3. Januar 2021

Gene Ammons – Brother Jug! (1970)

Auf „Santana 3“ (1971) befindet sich das Stück „Jungle Strut“. Darin brüllen die Gitarren von Carlos Santana und Neal Schon gewaltig um die Wette, verflochten mit der Orgel (Gregg Rolie) und kontrastiert von heller, frischer Percussion (Michael Carabello, José „Chepito“ Areas) und Drums (Michael Shrieve) sowie dem munteren Bass (David Brown).

Den zum Zeitpunkt der Aufnahmen 17-jährigen Neal nahmen sie bereits ein Jahr zuvor (während der Arbeit an „Abraxas“) unter ihre Fittiche. Fast hätte Eric Clapton das jugendliche Talent dabei für Derek And The Dominos abgeworben. Laut Carlos holten sie ihn, um „mehr Feuer in die Band zu bringen, unseren Sound und unsere Energie zu verbessern. Und das Feuer, das Neal mitbrachte, war weiße, weiße Hitze“. „Jungle Strut“ unterstreicht deutlich, was Carlos mit dieser Aussage meint.


Das Original stammt vom Jazz-Saxophonisten Gene Ammons. Der gilt als Mitbegründer des Soul Jazz – einem Genre, bei dem besonders gerne Saxophon und Hammondorgel kombiniert werden. Eugene „Jug“ Ammons nahm sein Album „Brother Jug!“ im November 1969 gleich nach dem Absitzen einer siebenjährigen Haftstrafe wegen Drogenbesitzes auf (es erschien 1970). Sein „Jungle Strut“ mit coolen Drums ist ziemlich relaxt, könnte fast als Smooth Jazz durchgehen, würde es dank Tenorsaxophon, Hammond B3 und WahWah-Gitarre nicht doch etwas zu flott grooven.

Aber „Brother Jug!“ hat noch mehr zu bieten. Es enthält sechs Titel und beginnt mit „Son Of A Preacher Man“, in der Interpretation von Dusty Springfield zwar überaus bekannt, ohne Gesang hier indes kaum wiederzuerkennen. Weitere Songs sind „Didn‘t We“ (1986 von Lee Greenwood gecovert); das ziemlich rockige „He‘s A Real Gone Guy”; „Blue Velvet“ – die Liste der Interpreten reicht von Tony Bennett (1951) über Bobby Vinton (1963) und Lana Del Rey (2012) bis zu Kylie Minogue (2019); das fast neunminütige, mit den Congas des Conga-Pioniers Cándido angereicherte „Ger-Ru“ – und eben „Jungle Strut“.



Carlos entdeckt das Stück auf einer Liste mit seiner Lieblingsmusik, stellt es den Kollegen vor und sie sind ebenfalls der Ansicht, dass es irgendwie zu Santana passe. Von der Band mit eigenem Intro versehen – der Gene-Ammons-Song beginnt erst nach 38 Sekunden – erkennt man es freilich kaum wieder. Was sie aus der Vorlage gemacht haben ist unglaublich. Sie spielen es nicht unbedingt schneller, aber um Längen intensiver, machen einen ungestümen Rausch daraus, der sich wunderbar in das Gesamtkunstwerk „Santana 3“ einfügt.