Die Vorlage für „Jingo“ stammt vom Perkussionisten und Meister des afrikanischen Trommelspiels Michael Babatunde Olatunji (1927–2003). Dieser wächst in Nigeria auf und kommt 1950 in die USA. Er ist unter anderem mit John Coltrane befreundet. Olatunji gilt als Vater der Weltmusik. 1960 erscheint sein Debütalbum „Drums of Passion“ – eines der ersten reinen Perkussionsalben überhaupt. Es wird ein Riesenerfolg und enthält den Song „Jin-Go-Lo-Ba“. In Yoruba, Olatunjis Muttersprache, bedeutet das „Mach dir keine Sorgen“. Die Melodie der Instrumentalpassagen wird von Santana hinzugefügt.
Bei Santanas Melodie zu „Jingo“ möchte ich freilich behaupten, dass auch Herbie Mann einen Anteil daran hat. Denn 1960 spielt Olatunji unter anderem im The Herbie Mann Afro-Jazz Sextet. Die beiden kennen sich also. Und 1961 entstehen die Aufnahmen für die Live-Alben „Herbie Mann at the Village Gate“ (1962) sowie „Herbie Mann Returns to the Village Gate“ (1963).
Auf letzterem befindet sich der Song „New York Is a Jungle Festival“, der vom Basslauf her noch an Olatunjis „Jin-Go-Lo-Ba“, vom Vibraphon (ab 5:20) her indes schon an Santanas „Jingo“ denken lässt. Aus meiner Sicht ist dieser Song das Verbindungsstück zwischen beiden Versionen. Vom selben Album wird Santana übrigens den „Candle Dance“ für den Titel „Mother Africa“ covern, der 1973 auf „Welcome“ erscheint.
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