„Deep Umbra“ bietet mitunter recht sphärische Klänge, etwa bei „Sorcerer“. Bei „The Smiling Tarshishm“ finde ich besonders auffällig, wie langgezogene Sounds die Basis für die Drums liefern, während es meist doch eher umgekehrt ist – indem nämlich Drums die Grundlage für alles andere bilden. So wie hier ist es freilich völlig okay, weil der Schlagzeuger auf „seinem“ Soloalbum natürlich im Vordergrund stehen darf. Das differenzierte Spiel von Michael Shrieve kommt durchweg sehr klar rüber, belohnt den Hörer und erzeugt gemeinsam mit den anderen Instrumenten eine stets präsente Spannung. Anfangs fand ich die Musik ein wenig herb, irgendwie leicht schräg, und musste mich erstmal reinhören. Inzwischen jedoch gefällt sie mir richtig gut.
„Flying Polly“ ist teilweise etwas experimenteller geraten. Mehrere sehr kurze Fragmente von weniger als einer Minute und Schnipsel zwischen einer und zwei Minuten sind eher kleine Intermezzi – Ideen, die zumindest hier nicht weiter ausgebaut wurden. Ihnen stehen extralange Songs gegenüber wie das zwölfminütige „Queen Bee“. „Stella“ und „Stella (Reprise)“ kommen zusammen auch auf über zwölf Minuten und bilden vielleicht das Highlight der CD, die mich insgesamt aber weniger zu überzeugen vermag als „Deep Umbra“.
Frisell und Horvitz haben auch auf „Fascination“ (1994) mit Shrieve gearbeitet, welches ebenfalls im November 1993 in denselben Studios in Michaels Heimatstadt Seattle eingespielt wurde, vermutlich also bei ebendiesen Sessions. Während „Deep Umbra“ ungefähr auf einer Ebene mit „Fascination“ steht, wirkt „Flying Polly“ für mich ein bisschen wie Resteverwertung, ist aber trotzdem gut hörbar.
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