Montag, 26. Januar 2026

Michael Shrieve – Two Doors (2 CDs 1995)

Heute möchte ich ein weiteres Album des ehemaligen Santana-Drummers Michael Shrieve vorstellen. Eigentlich sind es zwei: „Deep Umbra“ entstand im Mai 1995 mit Shawn Lane (Guitar, Voice) und Jonas Hellborg (Bass). „Flying Polly“ wurde im November 1993 mit Bill Frisell (Guitar) und Wayne Horvitz (Organ) aufgenommen. Das sind also die beiden Türen, durch die wir hier gehen, um auf Pfaden zwischen Jazz, Rock und Fusion zu wandeln.


„Deep Umbra“ bietet mitunter recht sphärische Klänge, etwa bei „Sorcerer“. Bei „The Smiling Tarshishm“ finde ich besonders auffällig, wie langgezogene Sounds die Basis für die Drums liefern, während es meist doch eher umgekehrt ist – indem nämlich Drums die Grundlage für alles andere bilden. So wie hier ist es freilich völlig okay, weil der Schlagzeuger auf „seinem“ Soloalbum natürlich im Vordergrund stehen darf. Das differenzierte Spiel von Michael Shrieve kommt durchweg sehr klar rüber, belohnt den Hörer und erzeugt gemeinsam mit den anderen Instrumenten eine stets präsente Spannung. Anfangs fand ich die Musik ein wenig herb, irgendwie leicht schräg, und musste mich erstmal reinhören. Inzwischen jedoch gefällt sie mir richtig gut.

„Flying Polly“ ist teilweise etwas experimenteller geraten. Mehrere sehr kurze Fragmente von weniger als einer Minute und Schnipsel zwischen einer und zwei Minuten sind eher kleine Intermezzi – Ideen, die zumindest hier nicht weiter ausgebaut wurden. Ihnen stehen extralange Songs gegenüber wie das zwölfminütige „Queen Bee“. „Stella“ und „Stella (Reprise)“ kommen zusammen auch auf über zwölf Minuten und bilden vielleicht das Highlight der CD, die mich insgesamt aber weniger zu überzeugen vermag als „Deep Umbra“.

Frisell und Horvitz haben auch auf „Fascination“ (1994) mit Shrieve gearbeitet, welches ebenfalls im November 1993 in denselben Studios in Michaels Heimatstadt Seattle eingespielt wurde, vermutlich also bei ebendiesen Sessions. Während „Deep Umbra“ ungefähr auf einer Ebene mit „Fascination“ steht, wirkt „Flying Polly“ für mich ein bisschen wie Resteverwertung, ist aber trotzdem gut hörbar.


„Two Doors“ wurde auch als Reissue mit einem orientalisch anmutenden Cover aufgelegt, welches mir persönlich besser gefällt. Es läuft unter dem Titel „Two Doors ‚In the Palace of Dreams‘“ und enthält nach meinen Recherchen nur eine CD. Die Musik scheint jedoch identisch und vollständig zu sein.

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