Donnerstag, 3. Dezember 2015

Brian Auger's Oblivion Express feat. Alex Ligertwood – Live in Los Angeles (2015)

Fusion – dafür ist Brian Auger seit jeher bekannt. Diesen Stil zwischen Jazz, Rock und Soul hat er in den Sechzigern mitgeprägt. Und 2013 zelebriert er ihn frisch wie eh und je, unterstützt von Alex Ligertwood (Gesang und Gitarre), der ihn bereits in den Siebzigern, nach Augers Zeit mit Julie Driscoll & Trinity, bei Oblivion Express begleitete. Ligertwood hat sich vor allem durch seine 15 Jahre bei Santana einen Namen gemacht.


Auger spielt Hammond B3 und Fender Rhodes E-Piano und lässt deren warme Sounds üppig aus dem Verstärker quellen. Wer nicht beim "Freedom Jazz Dance" zu tanzen begonnen hat, den reißt es beim treibenden Beat von "Happiness Is Just Around The Bend" vom Sitz. "Straight Ahead" kommt wesentlich funkiger daher – es geht tatsächlich sehr abwechslungsreich zu. Ligertwoods kraftvoll soulige Stimme sorgt für zusätzliche Würze, doch getragen wird die Musik von Augers intensivem Klangteppich, der immer wieder gewaltige Wellen schlägt. Elfeinhalb Minuten "Bumpin' On Sunset", im gemächlich von Karma Augers Schlagzeug bestimmten Rhythmus, lassen zwischendurch ein wenig träumen Dem folgt mit Marvin Gayes "Inner City Blues" der wohl bekannteste Titel des Albums. Yarone Levy (Gitarre) und Les King (Bassgitarre) komplettieren das Ensemble und tragen bei "Whenever You're Ready" ihren Teil zum erneut flotten Tempo bei. Einfühlsam unterstützen Schlagzeug und Kuhglocken Orgel und Gesang, als der Song in John Coltranes "A Love Supreme" mündet.

Hochklassig und kurzweilig geht es auf CD 2 weiter. Hervorzuheben ist hier das balladenhafte "I Love You More Than You'll Ever Know". Ein weiterer Höhepunkt ist die fröhliche Gitarre in der luftig-beschwingten zweiten Hälfte von "Future Pilot". Und das ausgedehnte "Compared To What" glänzt mit einem feinen Gitarren- sowie einem  mitreißenden Orgelsolo.

Die Doppel-CD "Live in Los Angeles" wurde größtenteils am 13. und 14. September 2013 im dortigen Baked Potato aufgenommen, "Future Pilot" hingegen in Riesa (Deutschland) am 10. Oktober. Herausgekommen ist ein hörenswertes Album, das für mich von Mal zu Mal besser wird. Wer nach fünf Jahrzehnten noch immer so kraftvoll spielt, muss ein großer Musiker sein.

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