Donnerstag, 15. Dezember 2011

Raul Rekow & Karl Perazzo – Rhythm & Grooves (2002)

Welche Rhythmen und Grooves stecken in Santana-Songs? Wie sind diese aufgebaut und wie werden sie gespielt? Die Santana-Musiker Raul Rekow (Congas) und Karl Perazzo (Timbales, Percussion) gewähren einen Blick in die Strukturen ausgewählter Songs.


Diese Box mit DVD und CD richtet sich an Persussion-Spieler sowie Freunde von Congas und Timbales.

Mittwoch, 30. November 2011

Rückblick 2011

Gab es 2011 Neues von Santana? Mir ist nichts aufgefallen... keine offizielle Veröffentlichung, jedenfalls.

Für mich stand dafür ein Sänger im Vordergrund – Alex Ligertwood, der knapp 15 Jahre lang bei Santana sang. In meinem ersten Santana-Konzert am 14. Juni 1980 in Hannover war er noch recht neu bei der Band.

Knapp 31 Jahre später begegnete ich ihm persönlich und konnte ein langes Gespräch mit ihm führen. Dieses Interview findet sich – wenn auch auf die Hälfte gekürzt – im Musiker Magazin Heft 3/2011 (in voller Länge jedoch hier).

Der Schotte zeigte sich dabei als überaus sympathischer, freundlicher und bescheidener Mensch. Er hat eine lange und abwechslungsreiche Karriere hinter sich und es war ein großes Geschenk, einen solchen Musiker kennen lernen zu dürfen.

Ich traf ihn sogar ein zweites Mal in diesem Jahr. Das erwähnte Interview fand vor dem ersten Konzert von Alex mit The Magic of Santana in Bad Fallingbostel statt, zu dem Alex eigens nach Deutschland kam. Es gefiel ihm so gut, dass er ein weiteres Konzert mit der Band in Lübeck gab. Und diese beiden Darbietungen waren ganz klar meine musikalischen Highlights des Jahres.

In Bezug auf Santana hat sich für mich nichts geändert. "Caravanserai" bleibt mein Lieblingsalbum. Es wird im nächsten Jahr 40...

Mittwoch, 12. Oktober 2011

Jose "Chepito" Areas – Jose "Chepito" Areas (1974)

Auch Jose "Chepito" Areas, bei der ursprünglichen Santana-Band an Timbales, Percussion und Flügelhorn, wollte offensichtlich mal ein Solo-Album aufnehmen. Viele Freunde halfen ihm dabei. Mit von der Partie sind unter anderem Neal Schon (Gitarre), Hadley Caliman (Tenorsaxophon), Willie Colon (Congas), Tom Coster (Moog Synthesizer), Richard Kermode (Keyboards), Doug Rauch (Bass) und Gregg Errico (Schlagzeug). Areas selbst spielt Timbales, Congas, Percussion und Gesang.


Die LP enthält neun Titel im brodelnden Latin-Stil. Keine wirkliche Überraschung, aber richtig gut. "Guarafeo", "Funky Folsom", "Remember Me", "Bambeyoko", "Morning Star" (etwas ruhiger und leicht jazzig), "Buscando La Gente" (der Groove erinnert stark an "Fried Neckbones"), "Cerro Negro" (findet sich auf dem späteren Album "Giants" als "Pancho Villa"), "Terremoto" und "Guaguanco In Japan" (mit schönem Gitarrensolo).

Für Santana-Fans und Freunde afrokubanischer Rhythmen ist das kurzweilige Album uneingeschränkt zu empfehlen.

Donnerstag, 29. September 2011

Interview mit Alex Ligertwood

Ein Interview mit Alex Ligertwood (Ex-Sänger von Santana), welches ich vor dem Konzert in Bad Fallingbostel mit ihm führte, findet sich im Musiker Magazin 3/2011 auf den Seiten 18 bis 20.


Aus Platzgründen musste das im Musiker Magazin abgedruckte Interview auf die Hälfte gekürzt werden. Das vollständige Gespräch ist hier nachzulesen.

Donnerstag, 2. Juni 2011

Armando Peraza – Wild Thing (1968)

Armando Peraza, der sympathische Bongo-, Conga- und Percussionspieler, hatte bereits eine lange Karriere hinter sich, als er 1972 auf dem Album "Caravanserai" bei Santana einstieg.

Armando Peraza, geboren am 30. Mai 1924 in Havana, gehört zum Urgestein der afrokubanischen Musik und zu den Wegbereitern des Latinjazz. Er spielte mit Charlie Parker, Buddy Rich, Machito, George Shearing, Mongo Santamaria, Dizzy Gillespie, Cal Tjader und vielen anderen Größen.

Zu Santana stieß er 1972 bei den Aufnahmen für "Caravanserai" und blieb bis in die Neunzigerjahre. Dann zog er sich aus gesundheitlichen Gründen zurück, trat aber immer wieder bei einzelnen Konzerten mit Santana auf – zuletzt 2006 beim Montreux Jazz Festival. Er schrieb auch Songs wie das feurige "Gitano" auf dem Santana-Album "Amigos" (1976), bei dem er obendrein die Lead Vocals übernahm.


Am 24. und 25. Juni 1968 entstanden in New York die Aufnahmen für sein Album "Wild Thing", welches 1997 als CD erschien. Zum illustren Kreis der Musiker gehören neben Armando Peraza (Congas, Bongos) unter anderem Johnny Pacheco (Flöte), der später die Fania Allstars leitete... Sadao Watanabe (Flöte, Saxophon), der später gelegentlich mit Santana auftrat... Chick Corea (Piano)... Cal Tjader (Percussion).

Zu hören ist schöner Latinjazz im etwas spröden Sound der Sechziger mit Flöten, die an Herbie Mann erinnern. Das Album enthält Coverversionen wie "Wild Thing", "Mony Mony" und weitere, aber vermutlich auch eigene Songs wie "Viva Peraza". So genau lässt sich das jedoch nicht sagen, weil keine Komponisten angegeben sind. Die sehr transparent abgemischte Musik brodelt mitreißend und fröhlich vor sich hin und gefällt mir ausgesprochen gut.

Armando Peraza 1987 beim Santana-Konzert in Hamburg

Montag, 23. Mai 2011

Alex Ligertwood in Concert

Fünfzehn Jahre seiner über vierzigjährigen Karriere sang Alex Ligertwood bei Santana. Am 21. Mai 2011 kam er für einen Abend mit The Magic of Santana aus Frankreich angereist ins niedersächsische Bad Fallingbostel. "I wanna have a lot of fun tonight", sagte er, und diesen Spaß hatte er ganz bestimmt. Es war ein mitreißendes Konzert, dessen Genuss durch die stimmungsvolle Beleuchtung noch verstärkt wurde.












Großartig, wie Alex und die The Magic of Santana bei ihrem ersten gemeinsamen Auftritt harmonierten. Alex lenkte die Band souverän, und sie rief das gesamte Spektrum von sanft und gefühlvoll bei "Europa" bis zum furiosen "Oye Como Va" ab. Immer wieder, etwa bei "Samba Pa Ti", zeigten die Musiker, dass sie gegenüber dem Santana-Original auch eigene Akzente mit Gänsehaut-Effekt zu setzen wissen. Und Alex Ligertwood begeisterte mit seinem vielseitigen Gesang, der auch jazzige Scat-Passagen und einen Dialog mit Gerd Schlüters Gitarre umfasste. Obendrein spielte er immer wieder Gitarre und Percussion.

Bei "She's Not There" gab es ein technisches Problem. Irgendein Mikro erzeugte eine Rückkopplung und es begann fürchterlich zu pfeifen. Die Tontechniker regelten erstmal alles runter, um den Fehler zu beheben. Keyboards und Percussion plätscherten spontan leise weiter vor sich hin, hielten den Groove und Alex ließ das Publikum ran. Der Text war weithin bekannt, die Fans sangen aus voller Kehle mit. So wurde aus dieser Panne ein Highlight des Abends, der insgesamt einfach gelungen war.

Nach fast drei Stunden einschließlich zwei Zugaben mit feiner Santana-Musik gingen die Besucher lächelnd nach Hause und wussten, dass sie eine hochkarätige Band mit einem herausragenden Alex Ligertwood erlebt hatten.

Donnerstag, 14. April 2011

The Magic of Santana meets Alex Ligertwood

Am 21. Mai 2011 spielt The Magic of Santana – die Santana-Tribute-Band aus Norddeutschland – mit Alex Ligertwood, dem langjährigen Sänger und Rhythmusgitarristen von Santana.

Nach einer Session mit Santana-Musikern im Oktober 2010 am Vorabend des Santana-Konzerts in Hamburg gibt es für die Musiker von The Magic of Santana ein weiteres Highlight dieser Art. Diesmal wird Alex Ligertwood mit ihnen spielen, dessen Stimme von Santana-Hits wie "All I Ever Wanted", "Winning" und "Hold On" bekannt ist.

Ligertwood war 15 Jahre lang eine feste Größe bei Santana und das gemeinsame Konzert mit diesem legendären Sänger ist für die Musiker von The Magic of Santana eine große Freude und besondere Ehre.

Veranstaltungsort ist das Potpourri im Kurhaus in Bad Fallingbostel.


Alexander J. Ligertwood wurde am 18. Dezember 1946 im schottischen Glasgow geboren. Sein musikalisches Interesse galt Motown, dem Rhythm and Blues und dem Soul. Seine Vorbilder waren Ray Charles, Sam Cooke, Otis Redding, Curtis Mayfield und Marvin Gaye.

Ligertwoods Markenzeichen ist die kräftige, soulige Stimme. Zusätzlich spielt er aber auch Gitarre und Percussion.

Seine Karriere begann in den Sechzigerjahren in Schottland. Dort entdeckte ihn Jeff Beck und holte ihn in den frühen Siebzigerjahren nach einer Empfehlung von Maggie Bell in seine Band. Danach sang er bei Brian Auger's Oblivion Express (1970–1972 und 1974–1977), bei der französischen Jazzband Troc (1972/73) sowie der Average White Band.

In den späten Siebzigern kam er als Sänger und Gitarrist zu Narada Michael Walden, einem Freund von Carlos Santana, und zu David Sancious & Tone Band, bevor er 1979 bei Santana landete. Zu diesem Zeitpunkt lebte er kurioserweise in Woodstock, wo Santana zehn Jahre zuvor den weltweiten Durchbruch erlebte.

Santana gehörte er mit kurzen Unterbrechungen von 1979 bis 1994 an. Er wirkte unter anderem auf den Alben "Marathon", "Zebop!", "Shangó" und "Sacred Fire" sowie bei diversen Solo-Projekten von Carlos Santana mit.

Mit einigen Santana-Kollegen war Ligertwood 1985 am Projekt R.O.A.R. beteiligt. R.O.A.R. hatte mit "We Gotta Do It" einen Hit.

Neben und nach seiner Santana-Zeit spielte er mit Spyro Gyra, Ben E. King, Carly Simon, der David Garfield Band und anderen.

Inzwischen lebt er in Santa Monica, Kalifornien, verbringt aber auch viel Zeit in Frankreich. 2010 hat er wieder zu Troc gefunden und geht 2011 mit diesem Ensemble in Frankreich und angrenzenden Ländern auf Tournee.

Seine Botschaft an die Zuhörer: "Enjoy the music. Music is such an element of humanity that it heals. And it can be gracious. And it can be rewarding. So listen."

Alex Ligertwood und Buddy Miles 1987 beim Santana-Konzert in Hamburg

Mittwoch, 13. April 2011

R.O.A.R. – R.O.A.R. (1985)

R.O.A.R. war – wie Abraxas Pool – ein Projekt von Santana-Mitgliedern ohne Beteiligung von Carlos Santana. Und da Gitarre, Bass und Schlagzeug hier komplett fehlen, klingt die Musik von R.O.A.R. auf der gleichnamigen LP deutlich anders als bei Santana. Es ist Rock mit betonten Funk-, Soul- und Disco-Anklängen. Und der Song "We Gotta Do It" war 1985 sogar ein Hit und erschien zusätzlich als 12-Inch-Single.


Die Musiker sind Armando Peraza (Bongos), Raul Rekow (Congas, Percussion, Background Vocals), Orestes Vilato (Timbales, Quinto, Bongos, Background Vocals), Alex Ligertwood (Lead Vocals, Background Vocals), Chester Thompson (Keyboards, Synthesizers, Background Vocals) und Rafael Cornejo (Background Vocals). Mit Ausnahme von Cornejo – der vor allem als Sponsor des Projekts dabei war – hören wir also die Percussion-Section mit Keyboards und Gesang von Santana.

Samstag, 2. April 2011

Azteca

Die Latinrock-Formation Azteca bildete sich 1970 in der Chicano-Szene von San Francisco. Gründer waren die Perkussionisten Thomas "Coke" Escovedo und sein Bruder Pete Escovedo. Das mit etwa 17 Musikern üppig besetzte Ensemble mischte afrokubanische Rockmusik im Stile Santanas mit Soul-, Funk- und Jazzelementen.

LP/CD "Azteca" (1972)

Nach den weltweiten Erfolgen von Santana hoffte die Plattenfirma CBS auf einen weiteren kommerziellen Erfolg. Die Gruppe tourte mit Stevie Wonder und spielte in London mit Weather Report und Earth, Wind and Fire. Aus dem Schatten von Santana konnte Azteca jedoch nie heraustreten. Ein wirtschaftlicher Erfolg blieb daher aus und es war schwierig, eine Formation dieser Größe zu halten. So löste sich Azteca nach zwei veröffentlichten Alben "Azteca" (1972) und "Pyramid Of The Moon" (1973) schließlich auf.

LP "Pyramid Of The Moon" (1973)

Zur Band gehörten zahlreiche Musiker, die vorher oder nachher bei Santana auftraten. Aber auch Verflechtungen mit anderen Bands gab es reichlich. So kam Victor Pantoja von Tito Puente, Willie Bobo und Gabor Szabo. Die Brüder Coke und Pete Escovedo, Victor Pantoja, Rico Reyes, Wendy Haas, Mel Martin und Tom Rutley hatten teils kurze Gastspiele bei Santana. Neal Schon kam von Santana und gründete später Journey. Die jugendliche Perkussionistin Sheila E (Tochter von Pete Escovedo), der Santana-Schlagzeuger Michael Shrieve und andere sprangen für einige Konzerte bei Azteca ein.

CD "From The Ruins" (2008)

Am 15. September 2007 kam es im Hollywood Key Club in Los Angeles zu einem Reunion-Konzert von Azteca. Die Aufnahmen wurden ein Jahr später auf der CD "From The Ruins" (2008) sowie der DVD "La Piedra Del Sol" (2008) veröffentlicht.

DVD "La Piedra Del Sol" (2008)

Zum Zeitpunkt des Reunion-Konzerts bereits verstorben waren die Bandmitglieder Coke Escovedo, George Maribus, Flip Nuñez, Rico Reyes und Pat O'Hara.

Dienstag, 15. März 2011

Abraxas Pool – Abraxas Pool (1997)

Santana ist im Fillmore groß geworden, gefördert vom Freund und langjährigen Manager Bill Graham. Das ursprüngliche Fillmore in San Francisco schloss jedoch im Sommer 1971, um an einem anderen Standort als Fillmore West neu aufzumachen. In New York hatte Graham außerdem das Fillmore East gegründet. Das letzte Konzert im Original-Fillmore ging am 4. Juli 1971 über die Bühne. Auszüge sind auf dem Album "The Last Days Of Fillmore" zu hören, darunter auch zwei Songs von Santana.

Der komplette Auftritt von Santana ist auf CD 2 der Legacy Edition von "Santana 3" zu hören. Es war nicht nur der letzte Tag im Fillmore, sondern auch das letzte Konzert dieser Santana-Formation, die sich wenig später auflöste.



Umso erfreulicher ist, dass fast die gleiche Crew 1997 erneut zusammen kam, um unter dem Namen Abraxas Pool das gleichnamige und wirklich tolle, sehr nach den alten Santana klingende Album zu produzieren: Gregg Rolie (Gesang und Keyboards), Michael Shrieve (Schlagzeug), Michael Carabello (Congas), Jose "Chepito" Areas (Timbales) und Neal Schon (Gitarre). Es fehlen lediglich der schwer kranke Bassist David Brown (ersetzt durch Alphonso Johnson) – und Carlos Santana.

Genießen wir diese Musik, die im erdigen, fetten Sound vor sich hin groovt. Da erinnert "Baila Mi Cha-Cha" an "Guajira", "Guajirona" an "Oye Como Va", "Don't Give Up" zitiert das "Jingo"-Intro und das Percussion-Feuerwerk "Ya Llego" ist ein zweites "El Nicoya". Und dann folgt auch noch das echte "Jingo", hier dem afrikanischen Stil seines Urhebers Babatunde Olatunji nachempfunden. "Szabo" ist eine verträumte Ballade, eine Hommage an Gabor Szabo. Und in den restlichen Songs hört man immer wieder echte oder gefühlte Zitate aus alten Santana-Titeln und fragt sich, woher man sie kennt. Aber es ist teilweise eher das Feeling, welches einfach passt und begeistert. Und mit der satten Hammondorgel von Gregg Rolie fühle ich als Santana-Fan mich wie zu Hause.

Natürlich fehlt die Gitarre von Carlos. Neal Schons Spiel ist aggressiver, wie seit jeher. Aber das ist okay. Wenn Carlos noch dabei gewesen wäre, hätten wir es ja nicht mit dem Abraxas Pool zu tun gehabt, sondern mit Santana selbst. Ein kleiner Unterschied darf also ruhig sein. Doch er ist wirklich sehr klein.

Und gelegentlich muss ich auch an Journey denken, wo Neal Schon und Gregg Rolie ebenfalls gemeinsam spielten. Das ist freilich eine andere Geschichte...

Fazit: Wer die alten Santana-Alben mag, kann auf "Abraxas Pool" keinesfalls verzichten.

Dienstag, 15. Februar 2011

The Magic of Santana – Live

"The Magic of Santana" hat – wie weiter unten berichtet – am 25. November 2010 in Soltau ein Konzert gegeben, welches in Bild und Ton mitgeschnitten wurde.

Begeisternde Auszüge sind auf einer Promotion-DVD zu sehen:


Außerdem findet sich eine Kurzfassung des Mitschnitts auf YouTube und Meine Galerie. Hier sind die Links:

"The Magic of Santana" auf YouTube

"The Magic of Santana" auf Meine Galerie

Das Video ist natürlich kein Ersatz für ein echtes Konzert dieser Band... aber es macht Appetit darauf. Genießt es... :-)

Luis Gasca – For Those Who Chant (1972)

"For Those Who Chant" wurde 2006 als Mini-LP-CD (CD im verkleinerten LP-Design mit aufklappbarer Papphülle) in Japan wieder veröffentlicht. Doch was hat dieses Album von Luis Gasca (Trompete, Flügelhorn) mit Santana zu tun?


Oh... sehr viel. Denn die gesamte Santana-Band ist zu hören. Carlos Santana, Neal Schon, Gregg Rolie, Richard Kermode, Lenny White, Michael Shrieve, Victor Pantoja, Mike Carabello, Coke Escovedo, Rico Reyes, José "Chepito" Areas und Hadley Caliman. Nicht alle gehören zur Band im engeren Sinne, haben in jener Zeit aber mit Santana gespielt und sind auch auf verschiedenen Alben vertreten. Außerdem sind Joe Henderson, Stanley Clark und weitere Musiker dabei.

Und die Musik klingt ähnlich wie bei "Carlos Santana & Buddy Miles! Live!". Was wiederum kein Wunder ist, denn die Besetzungen sind weitgehend gleich, inklusive Luis Gasca, und beide Platten wurden 1971 aufgenommen (diese im August, jene im Dezember). Im Prinzip hätte dieses Album beinahe ebenso gut unter Santana laufen können wie das Buddy-Miles-Album unter Luis Gasca.

Dies ist daher eine verkappte Santana-Veröffentlichung mit vier Songs, die zusammen 40 Minuten dauern. Jazzfusion-Improvisationen mit einem Hauch von "Bitches Brew", sehr intensiv und dicht.

Falls Titel 2 "La Raza" dem einen oder anderen Fan bekannt vorkommt... er ist gar nicht so überraschend die Vorlage für den Song "For Those Who Chant", welcher auf der CD und DVD "Carlos Santana & Wayne Shorter Live At The 1988 Montreux Jazz Festival" und der DVD "At Budokan" (aufgenommen 1991 in Tokyo) zu hören und zu sehen ist.

Santana-Fans – insbesondere solche mit Interesse für Jazz – sollten sich diese Scheibe durchaus etwas genauer anhören.